Die richtige Pflege

 

16 Tipps für ein langes Schuhleben

Tipp 1

Schuhpflege beginnt beim Kauf. Man sollte sorgfältig auswählen, sich für die Anprobe ausreichend Zeit nehmen und sich dabei gut beraten lassen. Unter schlechter Passform leiden nicht nur die Füße, sondern auch die Schuhe. Sowohl bei zu engen, als auch bei zu weiten Schuhen kann das Leder durch Dehnung und Faltenbildung übermäßig beansprucht werden.

Tipp 2

Das Oberleder soll der beabsichtigten Verwendungsweise der Schuhe entsprechend gewählt werden. Feine Kalbleder sind zwar elegant, aber empfindlich gegen Nässe und mechanische Beschädigungen. Pferdeleder neigt zu stärkerer Faltenbildung und kann durch Wassertropfen aufquellen. Außerdem schwitzt man darin leichter. Geprägte Leder verlieren durch häufiges Polieren ihre Struktur und Zweifarbigkeit.

Tipp 3

Auch die Sohle wählt man gemäß den Anforderungen an den Schuh. Ledersohlen sind atmungsaktiv und scheuern nicht, aber sie sind rutschig und niemals ganz wasserdicht. Gummisohlen sind wasserdicht und je nach Profil rutschfest, können aber Abrieb hinterlassen und sind nicht atmungsaktiv, wodurch es zu stärkerem und dadurch zu schnellerem Verschleiß der Schuhe kommen kann.

Tipp 4

Füße und Schuhe müssen sich aneinander gewöhnen. Gutes Leder ist anpassungsfähig und die unter der Lederbrandsohle eingebaute Korkschicht eines rahmengenähten Schuhs formt mit der Zeit ein individuelles Fußbett. Rahmengenähte Schuhe können anfangs hart und drückend sein, sie entwickeln ihren Komfort erst mit der Zeit. Daher trägt man neue Schuhe am besten schrittweise ein: zunächst nur eine Stunde am Tag, dann zwei, dann einen halben Tag etc.

Tipp 5

Beim Anziehen der Schuhe bindet man die Schuhbänder auf und verwendet einen Schuhlöffel. Andernfalls riskiert man Beschädigungen an Hinterkappe und Fersenfutter.

Tipp 6

Schuhe mit neuen Ledersohlen sollten zunächst nur an trockenen Tagen getragen werden, um ein Aufquellen des Leders durch Nässe und damit eine vorzeitige Beschädigung zu verhindern. Bei vegetabil gegerbten Ledersohlen verhärtet sich die Außenschicht mit der Zeit durch Druck und Feuchtigkeit und bietet dann, richtig eingetragen, einen natürlichen Schutz gegen Abrieb und Nässe.

Tipp 7

Niemals dieselben Schuhe an zwei aufeinander folgenden Tagen tragen! Wenn möglich sollten die Schuhe sogar im Laufe eines Tages gewechselt werden. Im Idealfall ruhen die Schuhe doppelt so lange, wie sie getragen wurden, um vollständiges Auslüften zu ermöglichen. Fußschweiß ist sehr aggressiv und kann das Leder „entgerben“, wodurch es zu Rissen und Brüchen kommt.

Tipp 8

Die Schuhe immer an einem trockenen, luftigen Platz aufbewahren und Strecker aus unlackiertem, saugfähigem Holz verwenden, damit die Schuhe ihre Form bewahren. Die Strecker sollen vor allem das Aufbiegen der Sohle verhindern, sie müssen den Schuh nicht vollständig ausfüllen. Keinesfalls darf der Strecker den Schuh überdehnen.

Tipp 9

Sind die Schuhe richtig durchnässt oder verschwitzt, muss man sie gut auslüften lassen, bevor man die Strecker hineingibt. Das Trocknen kann man beschleunigen, indem man die Schuhe mit Zeitungspapier ausstopft. Niemals darf man Schuhe zu nahe an einer Heizung trocknen.

Tipp 10

Das Oberleder der Schuhe soll einmal pro Monat mit guter Schuhpasta geflegt werden. Dies verleiht nicht nur neuen Glanz, sondern auch Geschmeidigkeit und Dauerhaftigkeit. Eine gute Politur lässt sich zwischendurch mit Rosshaarbürste oder Putztuch immer wieder auffrischen. Wenn das Leder sehr trocken ist, können sich beim Auftragen der Pasta Flecken bilden. Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Leder zuerst leicht anzufeuchten, dann die Pasta sparsamst aufzutragen und sofort zu verteilen, bevor sie einzieht. Zu viel Schuhpasta ist nicht förderlich, weil das Leder dann verkrustet und nicht mehr atmen kann.

Tipp 11

Keinesfalls dürfen bei guten Lederschuhen Selbstglanz-Pflegemittel verwendet werden. Denn diese enthalten zumeist aggressive Lösungsmittel, die das Leder angreifen. Außerdem überziehen sie mitunter das Leder wie ein Lack, der sich nicht mehr entfernen lässt.

Tipp 12

Verschmutzte oder durch Schuhpasta verkrustete Schuhe reinigt man mit einer Kotbürste, erforderlichenfalls mit Wasser und Sattelseife. Nicht entfernter Schmutz kann das Leder dauerhaft beschädigen.

Tipp 13

Empfindlichkeit gegen mechanische Beschädigungen von außen ist bei eleganten Lederschuhen kein Materialmangel. Kleine Schäden kann man zumeist mit Schuhpasta kaschieren. Im Übrigen darf man sich über Gebrauchsspuren an lange getragenen Schuhen nicht grämen, solange diese stets ordentlich geputzt sind. Woher käme denn sonst die vielgerühmte Patina alter Lederschuhe?

Tipp 14

Ledersohlen und Rahmen sollten gelegentlich mit Lederfett behandelt werden. Das hält sie wasserresistent und geschmeidig. Achtung: Frisch eingefettete Sohlen können Spuren am Boden hinterlassen.

Tipp 15

Sohlen und Absätze sind Verschleißteile, die je nach Beanspruchung alle zwei bis drei Jahre erneuert werden müssen. Bei rahmengenähten Schuhen kann ein Fachmann die Sohle vom Rahmen trennen und eine neue Sohle aufnähen, sodass die Schuhe nachher wieder fast wie neu sind.

Tipp 16

Unsachgemäße Reparaturen sollten vermieden werden, da diese gerade bei einer rahmengenähten Konstruktion die gesamte Funktionsweise des Schuhs erheblich beeinträchtigen können. Außerdem: Wenn bei der Reparatur nicht das richtige Material und die Original-Leisten verwendet werden, kann sich die Passform des Schuhs so stark verändern, dass in Folge mit verstärkter Falten- und Rissbildung im Leder zu rechnen ist.



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